Kein Ort für eine Leiche
Kommissar Gruber und seine Kollegin Bischoff werden in ihrem 2. Fall (zuletzt "Der
höchste Preis", BA 7/08) mit der Leiche eines Mannes konfrontiert, der offenbar bei einemmTreppensturz ums Leben gekommen ist. Das bestens eingeführte Ermittler-Duo findet heraus, dass der Tote ein Erpresser war und in ein Ereignis verstrickt war, das schon 40 Jahre zurückliegt. Damals war ein junger Mann, der einen tödlichen Autounfall verschuldet hatte, spurlos verschwunden. Nun taucht der Vermisste plötzlich als Moorleiche im Weitmoos wieder auf. Der Fall spitzt sich zu, als Gruber Ziel eines Anschlages wird. Mit von der Partie ist auch diesmal Schott, Grubers draufgängerischer Jugendfreund aus Berlin.                           Schweigers Chiemgau-Krimi, wieder mit viel Lokalkolorit angereichert, gefällt durch seinen menschelnden Kommissar und den auf stetig ansteigende Spannung angelegten Plot.
Gute Krimiunterhaltung, die auch über die Region hinaus eingesetzt werden kann.
Ulrich Kühne / ekz.bibliotheksservice GmbH
ID 40/09

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Der höchste Preis: Chiemgau Krimi
Kurze Kapitel und rasante Szenenwechsel sorgen für spannende Kurzweil. Das Thema Kindermissbrauch ist sensibel und einfühlsam angesprochen. Dass die Geschichte einige Zufälle zu viel aufweist, tut dem Ganzen kaum Abbruch. Ein deutscher Krimi der eher besseren Art, sehr lesenswert.
Erwin Wieser / Bayern im Buch 2008/02

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 Einen Beinahe-Mord gibt es, dazu einige Fälle vermisster und missbrauchter Kinder, ein bisschen Rotlichtmilieu, ein Ermittler-Duo a la „Bulle von Tölz“, ein Wiedersehen nach vielen Jahren, auch eine Liebesgeschichte fehlt nicht. Vor allem ist Wolfgang Schweigers Cheimgau-Krimi „Der höchste Preis“ aber eines: eine Liebeserklärung an die Stadt Traunstein.
Chiemgau-Krimis gab es in letzter Zeit einige. Dies ist ohne Frage der spannendste und am kurzweiligsten geschriebene. Schließlich sollte der Traunsteiner Wolfgang Schweiger durch seine Drehbuch-Erfahrung für „Soko 5113“ und „Der Fahnder“ auch wissen, was das Rüstzeug für einen Krimi st. Ein bisschen was von sich selbst hat der 57-jährige Schriftsteller in jeden seiner beiden Protagonisten gepackt: In den Drehbuchautor Walter Schott, wie auch in den Kommissar Gruber, beide waren einst dicke Freunde…..
…. In diesem Fall funktioniert die Verquickung zweier Kriminalfälle (Kindesentführung und Mordversuch) ausnahmsweise ohne dass es zur Verwirrung führt. Schweigers sprache ist lebendig, die Hauptdarsteller wirken authentisch, das Buch lässt sich dank schneller Szenenwechsel und vieler Dialoge leicht und schnell lesen.
…. „Der höchste Preis“ ist vor allem eine Liebeserklärung an Traunstein. Wer sich auskennt in der Kreisstadt, sieht das Eiscafé vor sich, vor dem Schott sitzt, kennt den Kiosk am Maxplatz, in dem sich Gruber ein Würstl gönnt, kann mit dem Nanu und dem Wochinger Biergarten was anfangen……
Katrin Detzel / Trostberger Tagblatt 12/13.07.08

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Schweiger ist zurück

Nach D. B. Blettenberg, Fred Breinersdorfer, Frank Göhre und Roger Graf (der vor allem für die auch als Buch erschienenen Hörspielserie „Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney“ bekannt ist) hat Pendragon-Macher Günther Butkus einen weiteren deutschsprachigen Krimiautor ausgegraben, der in den achtziger und neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bei den großen Verlagen veröffentlichte, von Kritikern gelobt, vom Publikum gelesen wurde und mit dem Einstellen der Krimireihen von der Bildfläche verschwand. Nach fast zehn Jahren kehrt Wolfgang Schweiger mit dem durchwachsenen „Der höchste Preis“ zurück. Denn die ersten Zeilen versprechen eine Geschichte, die bereits im zweiten Kapitel zugunsten eines gängigen Rätselkrimis aufgegeben wird.

Schott setzte sich, legte „Traunsteiner Tagblatt“, Gauloises und Feuerzeug auf den Tisch vor sich und winkte der Bedienung. Während er auf seinen Cappuccino wartete, blätterte er die Zeitung durch und sah nach, was die alte Heimat so an Nachrichten zu bieten hatte. Viel Dramatisches war nicht dabei: Eine Schlägerei in Traunreut, ein Unfall auf der B 304, eine Bergrettung am Watzmann, Vereinsaktivitäten, Dorffeste und auf der Kulturseite ein Bericht von den Salzburger Festspielen. Schöne, heile Welt. Schott nahm seinen Cappuccino in Empfang, zahlte und steckte sich eine Zigarette an. Dann lehnte er sich zurück und wartete darauf, dass sich der Mann blicken ließ, den der demnächst töten würde.

Mit diesen wenigen Zeilen schafft Schweiger ein plastisches Bild des Handlungsortes und er stellt zwei wichtige Charaktere für die folgende Geschichte vor. Allerdings konzentriert Schweiger sich ab dem zweiten Kapitel auf Kommissar Gruber. Er sucht seit Jahren erfolglos nach drei spurlos verschwundenen Mädchen. Das letzte verschwand erst vor kurzem.

Da wird Finanzmakler Gerhard Hauser vor seiner Garage angeschossen und von seiner Frau entdeckt. Gruber beginnt den Schützen zu suchen und stößt schnell auf Walter Schott. Doch Schott behauptet, obwohl er ein Motiv hätte, es nicht getan zu haben. Hauser hatte Schotts minderjährige Schwester vor Jahrzehnten vergewaltigt. Die todkranke Ex-Prostituierte und Ex-Frau von Hauser, Monika Hochstätter, erzählte ihm das und er beschloss den Vergewaltiger zu töten.

Während Gruber den Täter sucht, beginnt er, wie es sich für Mittfünfziger gehört, mit seinen lange nicht mehr gesehenen Schulfreunden Schott und Hauser in Erinnerungen zu schwelgen. Denn die drei Männer kennen sich von früher.

Schweiger, der für „Soko 5113“ und „Der Fahnder“ (noch mit dem einzig wahren Fahnder-Darsteller Klaus Wennemann) Drehbücher und auch das in seinen Urteilen geschmacksichere Filmbuch „Der Polizeifilm“ schrieb, beachtet die Lektionen aus den von ihm bewunderten Romanen und Filmen. Denn vor seinem ersten Roman versuchte er sich als Drehbuchautor für „deutsche Gegenstücke zu den schwarzen Krimis der Franzosen“ (Schweiger in „Der Polizeifilm“). Deshalb gibt es in seinem neuesten Kriminalroman schnelle Szenewechsel („Der höchste Preis“ hat 49 Kapitel), prägnante Beschreibungen von Orten und viele Dialoge.

Allerdings pendelt „Der höchste Preis“ für einen rundum gelungenen Krimi zu unentschlossen zwischen den verschiedenen Genres und entscheidet sich nach dem Baukastenprinzip für einen Whodunit mit einem läppischen Rätselplot, etwas Rachegeschichte, etwas perverser Serienkillergeschichte (denn dass zwei der drei verschwundenen Mädchen tot sind, ist offensichtlich) und etwas verklärender Erinnerung an 1968 (Jimi Hendrix und die erste große Liebe).

So ist Schweigers Rückkehr in die Krimiszene nur die nette Lektüre für einen lauschigen Sommerabend und das Versprechen auf den nächsten, besseren Roman.

Wolfgang Schweiger: Der höchste Preis Pendragon, 2008 256 Seiten 9,90 Euro

http://kriminalakte.wordpress.com/2008/05/16/schweiger-ist-zuruck/